Diese Seite möchte ich meiner geliebten Sheila widmen, die ich am 26.11.2007 über die Regenbogenbrücke gehen lassen musste.
Ihr werdet hier Bilder und Videos aus ihrem Leben finden.
Hier ein Link zu einem kleinen Film den ich mit einigen wenigen Fotos als "Testversion" erstellt habe. Ich werde weiter daran arbeiten und euch bald den endgültigen Film bereitstellen. Die Testversion wird euch aber sicher bis dahin vertrösten und auch sehr gut gefallen.
Sollte der Link nicht funktionieren, kopiert ihn und fügt ihn in die Adresszeile eures browsers ein.
Sie wird euch ihre Geschichte selbst erzählen.
Am 31.10.1998 wurde ich in einem kleinen Dorf in Bayern geboren. Irgendwann waren mal ein Mann und eine Frau bei uns, die mich sehr genau beobachtet haben. Der Mann war mir von Anfang an sehr symphatisch. Sie blieben aber nicht sehr lange. Am 02.01.1999 waren sie plötzlich wieder da. Ich war ganz aufgeregt, denn ich fühlte, sie würden mich mitnehmen. Und ich hatte Recht! Wir hatten eine lange Autofahrt vor uns. Aber ich hab eh´die meiste Zeit geschlafen. Nur wenn die Blase gedrückt hat, habe ich mich bemerkbar gemacht und Herrchen, also der Mann ist auf den nächsten Parkplatz gefahren und ich konnte mich lösen. In meinem neuen zu Hause angekommen warteten schon zwei Vierbeiner auf mich; Inka (Schäferhund-Mix) und Bessy (Collie). Zu der Zeit war Inka noch der "Boss". Leider musste Inka relativ schnell nach meinem Einzug über die Regenbogenbrücke gehen. Jetzt hatte ich nur noch Bessy. Der Mann, ich war mir schnell sicher dass das mein Herrchen sein musste, war damals bei der Bundeswehr, und relativ wenig zu Hause. Hauptsächlich war es mein neues Frauchen, die sich um mich gekümmert mich gepflegt und gefüttert hat. Aber richtig glücklich war ich erst, wenn auch Herrchen bei mir war.
Jetzt kommen ein, zwei Erinnerungen an meine Zeit als Welpe. Einmal waren wir spazieren, es war sehr kalt und irgendwann war ich zu müde zu laufen. Herrchen steckte mich dann in seine Jacke und trug mich nach Hause. Da war ich aber auch wirklich noch sehr klein. Dann kann ich mich daran erinnern, dass mich irgendwann das Portemonnaie von Herrchen sehr gereizt hat, es roch so lecker nach Beute! Als er bemerkt hatte, was ich tat, waren allerdings schon die 60,- DM Inhalt vernichtet. Richtig Böse konnte er mir aber nicht sein.
Im Sommer 1999 luden mich Herrchen und Frauchen ins Auto und wir fuhren für eine lange Zeit. Der Zielort kam mir irgendwie bekannt vor. Hier bin ich schon mal gewesen. Und richtig, es war mein altes zu Hause. Weil ich so ein toller Hund war, beschlossen Herrchen und Frauchen einen weiteren Hund meiner Eltern zu sich zu nehmen. Meine Schwester Jeanny!
Wir verstanden uns von Anfang an sehr gut und hatten viel Spaß zusammen.
Einige Male im Jahr packte Herrchen eine große olivfarbene Tasche. Dann wusste ich schon, dass er für längere Zeit nicht da sein würde. Er musste mal wieder auf Übung fahren. Ich war dann jedesmal krank, wollte nicht essen. Der Zustand hielt aber immer nur ca. zwei Tage an, dann war der Hunger stärker als die Trauer. Und Herrchen kam ja auch immer wieder! Und meine Freude über das Wiedersehen war riesig!
Dann kam das Jahr 2000 und damit eine schlimme Zeit für uns. Mehrere Hunde verantwortungsloser Besitzer haben Kinder angegfallen und sogar getötet. Daraufhin haben sich die Politiker einfallen lassen, bestimmte Rassen pauschal als gefährlich einzustufen. Der Rottweiler gehörte auch dazu und wir mussten von heute auf morgen in der Öffentlichkeit einen Maulkorb tragen. Wir haben das natürlich nicht verstanden und diese Dinger gehasst! Um sie wieder loszuwerden mussten wir uns einem Wesenstest unterziehen. Jeanny hat diesen auch beim ersten Mal bestanden, sie war erst 15 Monate alt und noch sehr verspielt. Ich dagegen wurde als gefährliche Killerbestie eingestuft, weil ich mit anderen Hunden nicht so gut klarkam. Wir besuchten dann diverse Hundeschulen mit eher mäßigem Erfolg. Aber ich bestand den zweiten Test, weil Herrchen für die Hund-Hund-Situationen schlauerweise nur Hunde mitgenommen hatte, die ich kannte. Jeanny, Bessy und Bobby. Danach war auch ich den Maulkorb wieder los.
Im Jahr 2002 fuhren wir das erste Mal zusammen in den Urlaub nach Tann. Hier war es immer sehr schön. Es gab viele Wiesen und Felder zum Toben und vor allem einen Bach indem man sogar schwimmen konnte.
Im Jahr 2004 zogen wir aus der Stadt aufs Land. Frauchen hatte ein tolles Haus in absoluter Alleinlage gekauft mit einem riesen Grundstück. Ca. 1000m² davon hatte Herrchen eingezäunt und wir hatten eine tolle Hundewiese zum Toben, außerdem auch zwei Teiche, wo wir im Sommer schwimmen konnten. Kurz nach dem Einzug fuhren Herrchen und Frauchen alleine weg. Als sie widerkamen wuselten auf einmal zwei kleine Schäferhundwelpen in unserem Haus herum, Kira und Tamy (Bessy war inzwischen nicht mehr da). Das fanden Jeanny und ich gar nicht so toll. Aber irgendwann haben wir uns an sie gewöhnt. Sehr schön fand ich, dass Herrchen den ganzen Tag zu Hause war. Die Bundeswehrzeit war vorbei und er fand (leider) keinen Job.
Am 19.11.2004 geschah mit mir etwas seltsames. Ich wusste nicht was mit mir geschah. Mein ganzer Körper verkrampfte sich urplötzlich, zappelte unkontrolliert,ich bekam keine Luft mehr und das Urin schoss aus mir raus wie eine Fontaine. Als es vorbei war wusste ich nicht mehr wer ich bin, wo ich bin und wer war dieser Mann, der meinen Kopf geschützt hat, damit ich mich nicht verletzte?Außerdem hatte ich danach schrecklichen Hunger und Durst. Herrchen und Frauchen waren sehr erschrocken darüber. Der Tierarzt diagnostizierte Epilepsie. Ich bekam von dem Tag an Tabletten dagegen. Trotzdem bekam ich in regelmäßigen Abständen, ca. alle 5 -6 Monate, den Rest meines Lebens weitere Anfälle.
Im Sommer 2006 zogen wir erneut um in ein kleines Dorf bei Sibbesse. Das Haus und auch das Grundstück waren deutlich kleiner, aber auch hier konnten wir es aushalten. Leider war Herrchen nun nicht mehr den ganzen Tag zu Hause. Er hatte sich kurz nach dem Umzug selbstständig gemacht und musste sehr viel arbeiten! Jeanny ging es offensichtlich auf einmal nicht mehr so gut. Sie humpelte viel und hatte Schmerzen. Der TA meinte es handelt sich um altersbedingte Arthrose, aber er sollte sich irren. Nachdem es ihr immer schlechter ging, und sie auch nicht mehr fressen wollte fuhren Herrchen und Frauchen mit ihr am 08.04.2007 in die Tierklinik nach Wülfel. Es sollte das letzte mal gewesen sein, dass ich meine Schwester sah. In der Klinik wurde Knochenkrebs festgestellt, der schon im ganzen Körper gestreut hatte. Sie hatte zu dem Zeitpunkt noch eine Lebenserwartung von max. einer Woche. Frauchen entschloss sich zum Glück Jeanny sofort zu erlösen, damit sie nicht länger leiden musste. Sie beerdigten Jeanny im Harz auf einem Tierfriedhof. Sie kamen also ohne Jeanny zurück, mit der ich fast mein ganzes Leben verbracht habe. Es war sehr leer ohne sie. Herrchen und Frauchen waren sehr traurig.
Mir selber ging es zu dem Zeitpunkt auch schon nicht mehr so gut. Nach Jeanny´s Tod verbrachte ich die meiste Zeit schlafend auf Herrchen wartend. Nur wenn Frauchen Fressen machte oder es in den Garten ging war ich wach! Irgendwann wurden die Abstände zwischen meinen Anfällen immer kürzer. Ich bekam dann ganze "Serien", manchmal drei oder vier am Tag. Eines morgens, ich hatte wieder einen Anfall, hörte ich wie Herrchen mit dem TA telefonierte. Dann legte er mir mein Halsband an und lud mich ins Auto. Es war meine letzte Fahrt. Der TA gab mir dann eine Beruhigungsspritze. Herrchen setzte sich zu mir auf den Boden, legte meinen Kopf in seine Hand und streichelte mich. Dann kam der TA mit der erlösenden Spritze. Ein letzter Seufzer, ein letztes Wedeln und ich schlief ganz ruhig ein. Herrchen blieb bis zum Schluss bei mir.
Als ich über die Regenbogenbrücke ging, warteten auf der anderen Seite schon Inka, Bessy und natürlich Jeanny auf mich!
Herrchen lud mich dann wieder ins Auto, wir holten Frauchen ab und dann fuhren wir in den Harz um auch mich auf dem Tierfriedhof zu beerdigen.
Vielen Dank für die schönen Hundejahre, die ich haben durfte!